Veröffentlichung

Im Gespräch mit WhiteWall

Portrait of Florian W. Mueller for WhiteWall Magazine

WhiteWall Magazine veröffentlichte ein Porträt und Interview über meine Arbeit, meine Anfänge in der Fotografie und die Ideen, die meine Bilder bis heute prägen.

Hier ein kurzer Auszug aus dem Gespräch:

Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Mein Vater entwickelte seine Mikroskopaufnahmen selbst – er war Professor für Neuropathologie und in der Hirnforschung tätig – bei uns im Keller. Als ich noch sehr klein war, sah ich ihm dabei zu. Wenn im Entwicklerbad aus einem weißen Blatt Papier plötzlich ein Bild erschien, machte das etwas mit mir. Mit sechs schenkte er mir meine erste Kamera, eine Agfa Rapid mit den Einstellungen „Sonne“, „Wolken“ und „Blitz“, und ließ mich losziehen.

Danach folgte eine alte Voigtländer, und er brachte mir das Zusammenspiel von Blende, Zeit und ISO bei – damals noch ASA. Bis zum Berufsfotografen war es allerdings noch ein weiter Weg. Ich arbeitete viele Jahre als Journalist, Sprecher und Moderator, fotografierte aber immer weiter – auch im Auftrag und für Agenturen. Nachdem ich mit zwei befreundeten Fotografen eine eigene Ausstellung organisiert hatte und sie ein großer Erfolg wurde, wuchs der Wunsch, die Fotografie professionell weiterzuverfolgen. Danach folgte meine Aufnahme als BFF Professional.

Was interessiert dich besonders? Wie wählst du Farben, Kompositionen und Themen aus?

Das kann sehr spontan sein. Ich bin ein großer Anhänger des Prinzips der Serendipität: etwas zu finden, nach dem man gar nicht gesucht hat. Dafür muss man die Antennen ausgefahren halten und lernen, auch im Gewöhnlichen das Ungewöhnliche zu sehen. Dunkle Töne und Bilder ziehen mich offenbar an, obwohl das – wie vieles andere – häufig unbewusst geschieht. Meine Bilder zeigen außerdem meine große Vorliebe für expressionistische Künstler, allen voran Lyonel Feininger.

Woher nimmst du deine Inspiration?

In erster Linie aus meiner Umgebung, auch wenn sie oft nur der Ausgangspunkt ist. In Köln sah ich eine von Gottfried Böhm entworfene Betonkirche und war fasziniert vom Zusammenspiel sakraler Architektur, farbiger Kirchenfenster und der Struktur des Betons. Daraus entstand eine Serie, für die ich nach intensiver Recherche in Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz fotografierte. Auch Filme sind eine große Inspiration.

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